News-Beitrag Pflegezusatzversicherungen

16.08.2011



 
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SPD-Pflegekonzept würde Milliarden kosten! Die Bundesregierung...

16.8.2011 – Die SPD-Bundestagsfraktion hat ein eigenes Konzept zur Reform der Pflegeversicherung einschließlich der Einführung einer Bürger-Pflegeversicherung erarbeitet, das umgehend scharfe Kritik von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und auch aus der Versicherungswirtschaft ausgelöst hat.

Das Bundesministerium für Gesundheit will noch im September seine Eckpunkte für eine Pflegereform und die Einführung einer kapitalgedeckten Pflegezusatz-Versicherung vorlegen (VersicherungsJournal 8.8.2011).

Dass das Thema Pflege den Deutschen auf den Nägeln brennt, zeigen die jüngsten Ergebnisse des Axa Ruhestand-Barometers. Als einen der wichtigsten Absicherungsaspekte nennt danach jeder Dritte der befragten deutschen Erwerbstätigen die finanzielle Versorgung bei Pflegebedürftigkeit. Ihr räumen 36 Prozent der befragten Bundesbürger – noch vor der Finanzierung von Zukunftsplänen oder der Absicherung im Todesfall – einen hohen Stellenwert ein.

SPD plädiert für solidarische Pflegeversicherung

In dem „Orientierungspapier“ der SPD-Bundestagsfraktion, das dem VersicherungsJournal vorliegt, wird in der Finanzierungsfrage auf Ergebnisse von repräsentativen Umfragen verwiesen. Danach wünscht sich eine klare Mehrheit eine umfassende solidarische Lösung bei der Pflegefinanzierung: „Ein Finanzierungsmodell wie in der gesetzlichen Krankenversicherung mit pauschalen (Zusatz-) Beiträgen anstelle einkommensabhängiger Beiträge wird von zwei Dritteln der Versicherten abgelehnt.“

Die Sozialdemokraten bekennen sich dazu, eine Bürgerversicherung Pflege einführen zu wollen. „Mit der Bürgerversicherung schaffen wir in der Finanzierung ein gerechtes System, das alle entsprechend ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit einbezieht, die Bemessungsgrundlage verbreitert und die Lasten fairer verteilt“, heißt es in dem Papier.

Die SPD plädiert für ein Gesamtkonzept Pflege, mit dem für Pflegebedürftige die Unterstützung und Sicherung der Teilhabe ausgeweitet, Pflegepersonen weiter entlastet, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermöglicht, die gute Arbeit für Pflegefachkräfte gewährleistet und die Pflegeinfrastruktur ausgebaut werden.
Kritik aus Regierung und Assekuranz

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn (CDU) erklärte in der Bild-Zeitung, die SPD mache Pflegepolitik nach dem „Wünsch Dir was“-Prinzip. Zehn Milliarden Euro mehr für Pflege seien unbezahlbar.

Dr. Harald Benzing, Vorstand bei der Versicherungskammer Bayern (VKB), erklärte, der aktuelle SPD-Entwurf berücksichtige in keiner Weise die Herausforderungen des demografischen Wandels: „Die SPD ignoriert schlichtweg die Probleme der Umlagefinanzierung.“
Pflegezusatz-Versicherung ändert nichts an Teilkasko-Konzept

Für Benzing würde durch die von der Koalition geplante obligatorische kapitalgedeckten Pflegezusatz-Versicherung zumindest ein Teil der Aufwendungen, der momentan in der sozialen Pflegepflicht-Versicherung durch das reine Umlageverfahren auf künftige Generationen abgewälzt wird, von jener Generation finanziert, die später auch die Leistungen in Anspruch nehmen wird.

Wichtig sei, dass die Einführung eines kapitalgedeckten Elements bald beginne, denn noch sei der Kapitalaufbau zu relativ niedrigen Beiträgen möglich. Nur so könne die immer größer werdende Finanzierungslücke der sozialen Pflegepflicht-Versicherung geschlossen werden.

„Allerdings betone ich ausdrücklich, dass sie auch dann nur eine Teilkaskoversicherung bleibt“, erklärte Benzing. Ein großer Teil der Pflegekosten werde nach wie vor nicht abgedeckt. Diese Lücke schließe nur eine private Pflegezusatz-Versicherung.

Quelle und mehr Informationen:
www.versicherungsjournal.de/markt-und-politik/spd-pflegekonzept-wuerde-milliarden-kosten-109075.php


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